Fließgewässer


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Ein Fließgewässer ist ein Oberflächengewässer des Binnenlandes, in dem sich im Gegensatz zu stehenden Gewässern, wie z. B. Seen oder Tümpeln, Wasser über lange Strecken in Bewegung befindet. Der Begriff umfasst dabei Gewässer, die im normalen Sprachgebrauch als Rinnsale, Bäche (Gerinne) und Flüsse bekannt sind. Die fließende Bewegung ist Grundlage der Fluss-Erosion.

Die Erforschung der Binnengewässer, also der Gesamtheit von Stillgewässern und Fließgewässern, erfolgt in der Wissenschaft der Limnologie, einem Teilbereich der Ökologie.

Inhaltsverzeichnis

Definitionen für Fließgewässer

In der Hydrologie sind Fließgewässer im Gegensatz zu stehenden Gewässern offene Ökosysteme und unterliegen aufgrund eines Gefälles der Schwerkraft. Sie münden fast immer in Meere oder in Ausnahmefällen in stehende Gewässer. Unterirdische fließende Gewässer und stehende Gewässer bezeichnet man als Grundwasser und Höhlengewässer.

Rechtlich gesehen, z. B. im Sinne des Landeswassergesetzes Nordrhein-Westfalen, sind Fließgewässer oberirdische Gewässer mit ständigem oder zeitweiligem Abfluss, die der Vorflut für Grundstücke mehrerer Eigentümer dienen.

Einteilung und Beschreibung der Fließgewässer

Kriterien zur Unterscheidung von Fließgewässern können die Breite, die Wasserführung, die Fließgeschwindigkeit und das Einzugsgebiet sein. Nach der sogenannten „Blauen Richtlinie“ unterscheidet man die Fließgewässer im Berg- oder Flachland anhand der Wasserspiegelbreite bei Mittelwasserstand und Einzugsgebiet:

Bergland

  • Quellbäche
  • Kleine Bäche (< 1 m breit, Einzugsgebiet < 10 km2)
  • Große Bäche (1–5 m breit, Einzugsgebiet 10–50 km2)
  • Kleine Flüsse (5–10 m breit, Einzugsgebiet 50–300 km2)
  • Große Flüsse (> 10 m breit, Einzugsgebiet größer als 300 km2)

Flachland

  • Quellbäche
  • Kleine Bäche (< 1 m breit, Einzugsgebiet < 2 km2)
  • Große Bäche (1–5 m breit, Einzugsgebiet 2–30 km2)
  • Kleine Flüsse (5–10 m breit, Einzugsgebiet 30–500 km2)
  • Große Flüsse (> 10 m breit, Einzugsgebiet größer als 500 km2)

Die biologische Qualität von Fließgewässern wird anhand des Saprobiensystems in Gewässergüteklassen eingeteilt. Eine aktuell weitgehend akzeptierte ökologische Klassifikation bietet das River Continuum Concept.

In Abhängigkeit vom Wasserangebot (z. B. Niederschlag) kann es in einem Fließgewässer zu Hochwasserereignissen oder Niedrigwasserzeiten kommen. Aus Wasserstandsaufzeichnungen z. B. von Pegeln kann ein Mittelwasserstand bestimmt werden.

Eine feinere Einteilung von Fließgewässern ist beispielsweise nach dem vorherrschenden Untergrund möglich. Ein Beispiel für einen solchen Gewässertyp ist das Kiesgeprägte Fließgewässer.







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